18.10.2009
Das Unvermögen zu gewinnen, Erklärungsversuche und ein wichtiges Zitat

Vielleicht vorab erstmal einen kleinen Einschub von mir. Dieser Artikel ist ganz auf meinen Mist gewachsen, er spiegelt meine subjektive Sichtweise der letzten Niederlagen. Er ist ziemlich persönlich geraten und deckt sich mit ziemlicher Sicherheit nicht mit dem Bild das insgesamt in der Mannschaft vorherrscht. Nehmt das also bitte nicht als ultimative Wahrheit und vor allem, schließt bitte nicht von mir auf andere Spieler. Da ich aber eben nur eine Person bin und nebenbei auch mitveranwortlich für das, was hier im Blog steht bin, müsst ihr wohl oder übel damit vorlieb nehmen..
Einmal ist keinmal sagt man. Zweimal klingt da schon ganz anders. Aber ganz sicher sind nicht alle guten Dinge drei. Vor allem wenn es sich, wie in unserem speziellen Fall um empfindliche Niederlagen handelt. Niederlagen die durchaus vermeidbar gewesen wären, Niederlagen die sich niemand so recht erklären kann, aber nichts desto trotz verzweifelt beständig nach einer Antwort sucht.
3700 Leute die nichts Böses wollen. Dreitausend siebenhundert Menschen die mit dem Vorsatz Energie zu geben, einen schönen Abend zu erleben in eine Halle kommen. 3700 Gemüter die hinter dir stehen.
7400 Augen die jeden Fehler bemerken. 7400 Augen die ganz genau registrieren was schief läuft, die auswerten - und schließlich ein Urteil fällen. Fast 4000 Menschen die du irgendwie begeistern musst.
Warum? Damit du Zukunft hast, damit das, was du über alles liebst Zukunft hat. Dazu diese schreckliche Leere, die Angst das jemand etwas bemerken könnte. Bestimmt hat jeder gesehen das du den Ball mal wieder falsch angeworfen hast und er deswegen ins Netz gegangen ist. Oh, du hast einen Punkt gemacht, verdammt das reicht aber nicht, push dich, zeig was, zeig Emotionen, reiß sie irgendwie mit, MACH WAS!
Natürlich ist das alles Quatsch, natürlich hat niemand etwas gesehen, keiner will dir etwas böses, im Gegenteil - aber erkläre das einmal deinem Körper, wenn längst schon jede Bewegung von den wohl ältesten Instinkten beeinflusst wird, wenn Angst ihr tödliches Gift in jede deiner Poren gestreut hat und du wie gelähmt auf dem Feld stehst, unfähig rational zu denken…
Volleyball kann ziemlich bitter sein, vor allem in Momenten in denen der Sport nicht mehr viel mit Sport zu tun hat, in denen der Kopf und längst vergessene Fehler die Oberhand gewinnen. In denen die Angst siegt. Schade, das es uns ausgerechnet in unserem ersten Heimspiel getroffen hat, in dem Spiel auf das wir seit Wochen hinfieberten - manchmal ist eben auch der schönste Kuchen madig.
Man kann jetzt sicherlich sagen: „Das sind alles Profis die müssen damit umgehen können” Sicher das mag sein, vor allen Dingen sind wir dennoch Menschen und öfter als man denkt eben auch verschreckte kleine Jungs.
Wenn ich ganz persönlich ein Resumee aus den vergangenen zwei Spielen ziehe, kommt dabei folgendes heraus. Alles läuft gut, solange es läuft. Wenn wir anfangen Fehler zu machen ist sofort wieder dieser Gedanke da: „Gott jetzt liegen wir zwei Punkte hinten, wir könnten verlieren!, aber gegen so eine Mannschaft geht das doch nicht! Wie stehen wir dann da? Das können wir uns niemals leisten! Was sollen bloß alle von uns denken?” - die logische Folge ist, dass jeder verkrampft und gar nichts mehr geht - die Ergebnisse stehen für sich.
Das Gute an der ganzen Geschichte ist, wir kennen den Fehler. Noch besser, es ist nicht das Erste mal, dass wir in so einer Situation stecken, jeder hat seine Mittel gefunden wieder zurück auf die Bahn zu kommen. Und den Kopf können wir schließlich auch irgendwann später noch in den Sand stecken. Sicher ist, wir werden alles dafür tun wieder zurück zu kommen, Sicherheit zu gewinnen und dann auch wieder Volleyball zu spielen. Am liebsten sogar mit Spaß!
Letztendlich hat es jemand einmal sehr gut auf den Punkt gebracht, indem er sagte „Kopf aus, Schulter an” denn eigentlich ist das alles auch gar nicht so schlimm. Und wenn Björn Andrae nicht weiß wovon er redet, wer denn dann?


