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Mein Blog

SCC BERLIN Volleyball 1. Bundesliga - Mein Blog
Dies ist das Mannschaftstagebuch unseres SCC-Teams. Lesen und kommentieren Sie die Artikel von Jaromir Zachrich und Malte Holschen rund um Trainingsalltag und Punktspiele. Viel Spass mit "Mein Blog"!

Vielleicht vorab erstmal einen kleinen Einschub von mir. Dieser Artikel ist ganz auf meinen Mist gewachsen, er spiegelt meine subjektive Sichtweise der letzten Niederlagen. Er ist ziemlich persönlich geraten und deckt sich mit ziemlicher Sicherheit nicht mit dem Bild das insgesamt in der Mannschaft vorherrscht. Nehmt das also bitte nicht als ultimative Wahrheit und vor allem, schließt bitte nicht von mir auf andere Spieler. Da ich aber eben nur eine Person bin und nebenbei auch mitveranwortlich für das, was hier im Blog steht bin, müsst ihr wohl oder übel damit vorlieb nehmen..

Einmal ist keinmal sagt man. Zweimal klingt da schon ganz anders. Aber ganz sicher sind nicht alle guten Dinge drei. Vor allem wenn es sich, wie in unserem speziellen Fall um empfindliche Niederlagen handelt. Niederlagen die durchaus vermeidbar gewesen wären, Niederlagen die sich niemand so recht erklären kann, aber nichts desto trotz verzweifelt beständig nach einer Antwort sucht.

3700 Leute die nichts Böses wollen. Dreitausend siebenhundert Menschen die mit dem Vorsatz Energie zu geben, einen schönen Abend zu erleben in eine Halle kommen. 3700 Gemüter die hinter dir stehen.

7400 Augen die jeden Fehler bemerken. 7400 Augen die ganz genau registrieren was schief läuft, die auswerten - und schließlich ein Urteil fällen. Fast 4000 Menschen die du irgendwie begeistern musst.

Warum? Damit du Zukunft hast, damit das, was du über alles liebst Zukunft hat. Dazu diese schreckliche Leere, die Angst das jemand etwas bemerken könnte. Bestimmt hat jeder gesehen das du den Ball mal wieder falsch angeworfen hast und er deswegen ins Netz gegangen ist. Oh, du hast einen Punkt gemacht, verdammt das reicht aber nicht, push dich, zeig was, zeig Emotionen, reiß sie irgendwie mit, MACH WAS!

Natürlich ist das alles Quatsch, natürlich hat niemand etwas gesehen, keiner will dir etwas böses, im Gegenteil - aber erkläre das einmal deinem Körper, wenn längst schon jede Bewegung von den wohl ältesten Instinkten beeinflusst wird, wenn Angst ihr tödliches Gift in jede deiner Poren gestreut hat und du wie gelähmt auf dem Feld stehst, unfähig rational zu denken…

Volleyball kann ziemlich bitter sein, vor allem in Momenten in denen der Sport nicht mehr viel mit Sport zu tun hat, in denen der Kopf und längst vergessene Fehler die Oberhand gewinnen. In denen die Angst siegt. Schade, das es uns ausgerechnet in unserem ersten Heimspiel getroffen hat, in dem Spiel auf das wir seit Wochen hinfieberten - manchmal ist eben auch der schönste Kuchen madig.

Man kann jetzt sicherlich sagen: „Das sind alles Profis die müssen damit umgehen können” Sicher das mag sein, vor allen Dingen sind wir dennoch Menschen und öfter als man denkt eben auch verschreckte kleine Jungs.

Wenn ich ganz persönlich ein Resumee aus den vergangenen zwei Spielen ziehe, kommt dabei folgendes heraus. Alles läuft gut, solange es läuft. Wenn wir anfangen Fehler zu machen ist sofort wieder dieser Gedanke da: „Gott jetzt liegen wir zwei Punkte hinten, wir könnten verlieren!, aber gegen so eine Mannschaft geht das doch nicht! Wie stehen wir dann da? Das können wir uns niemals leisten! Was sollen bloß alle von uns denken?” - die logische Folge ist, dass jeder verkrampft und gar nichts mehr geht - die Ergebnisse stehen für sich.

Das Gute an der ganzen Geschichte ist, wir kennen den Fehler. Noch besser, es ist nicht das Erste mal, dass wir in so einer Situation stecken, jeder hat seine Mittel gefunden wieder zurück auf die Bahn zu kommen. Und den Kopf  können wir schließlich auch irgendwann später noch in den Sand stecken. Sicher ist, wir werden alles dafür tun wieder zurück zu kommen, Sicherheit zu gewinnen und dann auch wieder Volleyball zu spielen. Am liebsten sogar mit Spaß!

Letztendlich hat es jemand einmal sehr gut auf den Punkt gebracht, indem er sagte „Kopf aus, Schulter an” denn eigentlich ist das alles auch gar nicht so schlimm. Und wenn Björn Andrae nicht weiß wovon er redet, wer denn dann?

Jaromir Zachrich

Inselalarm

Genau wie ihn stellt man sich jemanden vor, der auf einer Karibikinsel aufgewachsen ist. Er ist stets gut gelaunt und alle Bewegungen sehen viel geschmeidiger als bei seinen europäischstämmigen Mitspielern aus. Er ist wohl auch der einzige Spieler des SCC der aus dem Stehgreif einen lupenreinen Salsa auf’s Parkett legen könnte. Ganz davon abgesehen, dass er sympathisch ist und vermutlich einen Magneten für insbesondere weibliche Volleyballfans in der kommenden Saison darstellen wird, ist Salvador auf dem Spielfeld ein absoluter Ausnahmespieler mit einer mordsmäßigen Schlaggewalt und einer exzellenten Beweglichkeit.

Zurzeit bestehen seine Lieblingshobbys darin die beste Bahnverbindung von Friedrichshain zum Olympiastadion herauszufinden (ab Ende Oktober wird endlich sein neues Auto kommen) und täglich in der Friedrichsstraße seine Fitness weiter auszubauen. Obwohl Salvador erst seit zwei Jahren in Deutschland ist, hat er überhaupt keine Sprachbarrieren mehr zu überwinden und studiert bereits erfolgreich BWL.

Mit etwas Glück können männliche und weibliche Interessierte am 10.10.09 in der Schmelinghalle einen atemberaubenden Kubanischen Siegestanz miterleben.

alt bewährt und trotzdem gut

Computer haben wir eigentlich alle schon einmal gespielt. Ob wir Kisten geschoben haben (Sokoban) unser Gehirn mit der Berufsfindung eines fleischgewordenen Albtraums für Leute mit schlechtem Namensgedächnis beschäftigten (Monkey Island), ob wir schnauzbärtigen kleinen Männer mit italienischer Einfärbung und übergroßer Mütze dabei geholfen haben die Prinzessin zu retten (Super Mario), oder um die Wette zu fahren (Mario Kart), ob wir harmlose Wildgänse beim alljährlichen Urlaubsaufbruch einer strikten Zollabfertigung unterwarfen (Moorhuhn), getan hat es fast jeder und, was viel wichtiger ist, war erfolgreich. Letztendlich lässt sich alle Spielerei auf einen Satz reduzieren: “Friss oder werd gefressen”. Nur, was hat das eigentlich mit Volleyball zu tun?

Schwierige Frage einfache Antwort:  Alles

Das erste was uns der Coach (wie wir ihn alle nennen) beigebracht hat war die Urregel aller Volleyballspiele, die Essenz all unseres schaffens und gleichzeitig auch die Einleitung für unsere neue Playersblog Rubrik  Zitat der Woche..

Für die nächste Woche mit dem langersehnten Saisonauftakt gegen Düren gibt es also kaum eine passendere Phrase als jenes legendäre Zitat unseres Trainers:

„Kick ass or get ass kicked”

(Andrej Urnaut im Herbst 2009)

Jaromir Zachrich

.. und schreiben kann er auch ..

Malte im orangenem Kampfanzug

Malte im orangenem Kampfanzug

Es ist immer wieder eine besondere Ehre neue Spieler in unseren Reihen begrüßen zu dürfen, wenn sie dann auch noch in der “Playersblog Redaktion” mitarbeiten (also die steilste aller möglichen Karrieren beim SCC einschlagen) kann man eigentlich schon anfangen einen Verlag für die erste Bestseller -Biografie zu suchen.

Es ist dann auch kein geringerer als Malte Holtschen dem die Ehre gebührt als erster Spieler in der brandheißen Kategorie “Neu dabei!” , der teaminternen Vorstellungsrunde, präsentiert zu werden. Allerdings werden wir uns nicht darauf beschränken euch mit Körpermaßen oder Athletikwerten vollzustopfen, im Gegenteil wir wollen euch den “Mensch hinter dem Spieler” ein wenig näherbringen.

Fangen wir trotzdem ganz ordinär an. Malte ist eigentlich genau das was man im Allgemeinen unter einem Vorzeigevolleyballer versteht. Es heißt ja immer das sich Volleyball und Zukunft schwer miteinandertun, es heißt, Volleyballer die im Sport etwas erreichen wollen können sich schonmal warm anziehen für die restlichen Jahre ihres Lebens wenn Ruhm und funktionierende Knie nur noch warme aber verblassende Erinnerungen sind..

Vielleicht sollte ich einstreuen das Malte ein mit “sehr gut” abgeschlossenes Medizinstudium hinter sich gebracht hat, (dann kann er sich wenigstens um seine Knie kümmern..) oh und hat Treviso in der Champions League nichtmal ganz böse in Düren verloren?

Es scheint sie also wirklich zu geben, jene faszinierenden Typen die irgendwie alles unter einen Hut bekommen und dabei auch noch verdammt nett sind :). In der Tat hat sich Malte erstaunlich schnell zu einer wichtigen Persönlichkeit im “SCC Volleyballkarrussel” entwickelt. So genießt er vollstes Vertrauen bei den kleinen “Zwischendurchwehwechen” die jeder einmal hat, ist sich nicht zu schade jedes Volleyballerknie zur Ermittlung der richtigen Knieschonergröße persönlich abzumessen und hat nebenbei das lustigste Niesen der Welt (klingt wie eine Mischung aus Tenor und verschnupftem Frosch).

Wir können uns also froh schätzen jemanden wie Malte dabeizuhaben, denn von seinen gestandenen Volleyballqualitäten einmal abgesehen macht es einfach Spaß mit Leuten zu spielen mit denen man auch mal zusammen lachen kann..

Ach eins noch.. schreiben kann er übrigens auch..

.. aber das findet ihr im kommenden Jahr schon selbst heraus..

Jaromir Zachrich

Polen? spielen die da Volleyball?

Was gibt es schöneres als den Playersblog gleich mit guten Nachrichten zu eröffnen? In diesem Fall hatte Malte die wunderschöne Aufgabe euch einen ganz persönlichen Eindruck von unserem Turnier in Polen zu übermitteln, spannend war es auf jeden Fall und hoffentlich fiebert ihr beim Lesen nochmal ein bisschen mit… Hier also Maltes “Bericht über ein tolles Wochenende”

((eigentlich sollte es auch Bilder geben aber irgendwie macht uns die Technik mal wieder einen Strich durch die Rechnung .. mit ein bisschen Glück folgen dann aber auch bald noch visuelle Eindrücke aus Polen..))

Tag 1: SCC Berlin gegen KS Jadar Radom 3:0

Am ersten Tag konnten sich die Hauptstädter gegen die vermeintlich schwächste polnische Mannschaft des Turniers souverän mit 3:0 durchsetzen. Der Begriff schwach ist dabei sehr relativ, da das Team aus Radom immerhin die vergangene Saison auf dem achten Tabellenplatz in einer der stärksten Ligen Europas beenden konnte. Eine gute Mischung aus knallharten Sprungaufschlägen und taktischen Flatteraufschlägen setzt die Annahme der Mannschaft aus Radom derart unter Druck, dass der SCC seine Stärken in Block und Feldabwehr ideal ausspielen konnte und mit Druckvollen Gegenangriffen insbesondere von Sebastian Fuchs auf der Diagonalposition und Salvador Hidalgo auf der Außenposition punkten konnte. In wichtigen Spielphasen zeigten Jaroslav Skach und Allan van de Loo ihr ganzes Können im Aufschlag und trugen somit einen großen Teil zum letztlich ungefährdeten Sieg bei.

Tag 2: SCC Berlin gegen Jastrzebski Wegiel 3:0

Der zweite Gegner stellte im Vergleich zum Vortag eine größere Hürde dar. Die Mannschaft aus Wegiel war in der letzten Saison Dritter der nationalen Liga und nimmt in dieser Saison an der höchsten europäischen Spielklasse, der Championsleague ,teil. Die mit Stars aus dem In- und Ausland gespickte Mannschaft aus Wegiel biss sich förmlich die Zähne an der kompakten Berliner Mannschaft aus. Die Mittelblocker Jaromir Zachrich und Malte Holschen zeigten beide starke Leistungen im Block. Hinzu kam, dass SCC-Libero Martin Krystof seine Qualitäten mehr als unter Beweis stellte und eine Partie der Extraklasse darbot. Entscheidende Bälle wurde von Sebastian Fuchs einmal mehr mit einer ungeheuren Athletik im gegnerischen Feld versenkt. Der für Salvador Hidalgo in die Startformation gerückte Lette Janis Smedins untermauerte, dass alle drei Außenangreifer dieser neuen Saison auf einem sehr hohen Niveau spielen können.

Tag3: SCC Berlin gegen Zaksa Kedzierzyn Kozle 3:0

Am letzen Tag trafen die bislang ungeschlagenen aus Berlin auf die ebenfalls ungeschlagene Gastgebermannschaft aus Kedzierzyn aufeinander. Die Gastgeber hatten mehrere frisch gekürte polnische Europameister in ihren Reihen und konnten in der vergangenen Saison den vierten Platz ihrer nationalen Liga erreichen. Unter einer entsprechend lauten Atmosphäre konnten die Berliner auch nach zwei Spielen auf hohem Niveau konstant weiterspielen. Im ersten Satz wurde Salvador Hidalgo für Sebastian Fuchs auf der Diagonalposition eingewechselt. Hier konnte er unter Beweis stellen, dass er nicht nur als Annahmespieler, sondern mit seiner einzigartigen Schlagtechnik auch als Hauptangreifer einsetzbar ist. Auch in der letzten Partie konnte das von Trainer Andrei Urnaut etablierte System in Block und Feldabwehr umgesetzt werden, weswegen die Berliner letztendlich das gesamte Turnier gewinnen konnten. Die deutschen Mitkonkurrenten aus Unterhaching schlossen das Turnier auf dem letzten Platz ab.
Bei der Siegerehrung konnte der SCC insgesamt fünf Pokale entgegennehmen: Einen überdimensionalen Pokal für den Turniersieg und individuelle Auszeichnungen für Teamcaptain Jaroslav Skach als bester Zuspieler, Martin Krystof als bester Libero, Sebastian Fuchs als bester Angreifer und Allan van de Loo als wertvollster Spieler.

Insgesamt hat das Turnier gezeigt, dass die gesamte Mannschaft gut auf den Saisonstart in Düren und der Schmelinghalle vorbereitet ist und trotz der vielen Neuzugänge gut harmoniert. Die drei Spiele dieses Wochenendes machen Lust auf die ganze Saison. Vor großen Gegnern braucht sich diese Truppe keineswegs zu verstecken!

Startsechs an diesem Wochenende:

Skach, Fuchs, Holschen, Zachrich, van de Loo, Hidalgo (Fr.), Smedins (Sa.,So.) und Krystof